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Wetterlexikon
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Background-Aerosol
Bezeichnung für feinste Partikel (Aerosole), die weitab von einer Verunreinigungsquelle in sogenannter Reinluft enthalten sind. Aufgrund der in der Atmosphäre stattfindenden Austausch- und Mischungsvorgänge sind Background-Aerosole in der gesamten Troposphäre vorhanden und wirken bei der Wolkenbildung als Kondensationskerne.

Bai-u (jap:Pflaumenregen)
Für Japan typische und regelmäßig von Mitte Juni bis Mitte Juli auftretende Regenperiode, die besonders für das Pflanzen des Reises von großer Bedeutung ist. Bai-u-Regen sind zyklonale, das heißt an eine Frontalzone gebundene Monsunregen.

Ballonsonde
Eine Ballonsonde ist ein unbemannter Ballon, der als Träger meteorologischer Instrumente zur Messung von Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchte in der freien Atmosphäre dient. Ballonsonden wurden erstmals zum Ende des 19. Jahrhunderts eingesetzt, sie erreichen Gipfelhöhen von über 36 Kilometern.

Ballontheodolit
Speziell für aerologische Aufstiege konstruierter, zur Flugbahnverfolgung von Ballons dienender Theodolit. Der jeweilige Standort des Ballons wird meist jede Minute durch Ablesen des Azimuts und des Höhenwinkels bestimmt. Aus der Abdrift des Ballons wird auf Richtung und Geschwindigkeit des Höhenwindes geschlossen. Heute setzt man hierfür meist Radargeräte ein.

Barber
Name heftiger Schneestürme (Blizzards) aus nordwestlichen Richtungen in Ostkanada im Gebiet des Sankt-Lorenz-Stroms.

Barisches Windgesetz
Von Buys-Ballot (1817-1890) aufgestellter Satz über die Beziehung zwischen Luftdruckverteilung und Wind. Auf der nördlichen Erdhalbkugel hat ein Beobachter, der den Wind im Rücken hat, den Ort niedrigsten Luftdruckes links vorn, den hohen Luftdruck rechts hinten. Die Windgeschwindigkeit ist umso größer, je geringer der Abstand der Isobaren ist, d.h. je größer das horizontale Druckgefälle ist.

Barograph
Luftdruckschreiber oder registrierendes Barometer zur Aufzeichnung des Lufdruckverlaufes (augenblicklicher Luftdruck und Luftdruckschwankungen) am Beobachtungsort. Luftdruckänderungen werden von Vidie-Dosen über ein Hebelwerk auf einen Zeiger übertragen und auf einem durch ein Uhrwerk bewegten Zylinder aufgezeichnet.

Barometer
Instrument zur Bestimmung des Luftdruckes, von E. Toricelli 1643 erfunden. Besteht meist aus einer mit Quecksilber gefüllten, senkrechten Glasröhre, die oben geschlossen einen luftleeren Raum aufweist, und unten offen dem Luftdruck erlaubt, das Gewicht der Quecksilbersäule auszugleichen. Je nach Größe des Luftdrucks steigt oder fällt die Quecksilbersäule um einige Zentimeter. An der Länge der Säule kann der Luftdruck abgelesen werden.

barotrop
So nennt man einen Zustand der Atmosphäre, bei dem die Flächen gleichen Luftdrucks und gleicher Dichte beziehungsweise gleicher Temperatur parallel verlaufen. Die Dichte und die Temperatur sind dann eindeutig durch den Luftdruck bestimmt. Auf jeder Luftdruckfläche herrschen deshalb jeweils einheitliche Temperaturen und zwischen zwei beliebigen Flächen einheitliche Mitteltemperaturen

Bauernregeln
Meist in Reime gefasste Sprüche, die aus der Witterung eines Monats die Witterung oder Ernteentwicklung in späteren Monaten prognostizieren. Andere Wetterregeln beschäftigen sich mit Wettererscheinungen an Lostagen. Die Bauernregeln entstanden zum Teil in vorchristlicher Zeit und wurden im Mittelalter oft mit Heiligennamen verbunden.

Baumgrenze
Eine auf der Erde unterschiedliche Höhengrenze für das Wachstum der Bäume. Zum Beispiel liegt die Baumgrenze in den Alpen bei etwa 2400 Metern, in der Arktis dagegen bei etwa 700 Metern. Ursache hierfür ist unter anderem der zunehmende Wassermangel in einer Klimazone.

Beaufort-Skala
Dies ist eine dreizehnteilige Skala für Windstärken, die von dem englischen Admiral Sir Francis Beaufort (1774-1852) aufgestellt wurde. Sie beginnt mit der Windstille (0 Beaufort) und endet mit der Orkanstärke (12 Beaufort). In der Beaufort-Skala sind die einzelnen Winstärken mit ihren Beziehungen zur Windgeschwindigkeit sowie ihren Auswirkungen zu Land und zur See festgelegt.

Beobachtungsreihe
Gesamtheit der für ein bestimmtes meteorologisches Element oder für ein Klimaelement an einem Ort (meteorologische Station) durch die Beobachtung an bestimmten , meist gleichabständigen Beobachtungsterminen geltenden, über einen längeren Zeitraum hinweg gewonnenen meteorologischen Daten wie Extrem- oder Mittelwerte.

Bergnebel
Im Staugebiet eines Berges auftretende Wolke. Sie entsteht, wenn die aus der Niederung aufsteigende Luft wegen der Abkühlung kondensiert. Die Wolke erscheint dem Bergwanderer als Nebel. Ein ähnliches Phänomen ist der Hangnebel. Man spricht hier auch von Hangwolken.

Bermudahoch
Über dem Nordatlantik im Gebiet der Bermudainseln häufig anzutreffendes Hochdruckgebiet. Es ist Teil des subtropischen Hochdruckgürtels und bedeutsam für die Witterung und das Klima im Südosten der Vereinigten Staaten von Amerika und auf den Westindischen Inseln.

Bewölkungsgrad
Der Bewölkungsgrad gibt an, wie viele Teile des Himmels mit Wolken bedeckt ist. Er wird geschätzt, z. B. in der Flugmeteorologie heiter 1-3/10, wolkig 4-8/10, fast bedeckt 9/10 und bedeckt 10/10. In der allgemeinen Wettervorhersage wird die Bewölkungsmenge jedoch in Achteln angegeben.

Bimetallthermometer
Ein zu den Deformationsthermometern gehörendes Gerät zur Messung der Temperatur. Das Prinzip beruht auf auf der Deformation eines Bimetallstreifens (zwei Metalle mit unterschiedlichem Deformationsverhalten bei bestimmter Temperatur, die fest miteinander verbunden sind, so dass sich der Streifen jeweils zur einen oder anderen Seite verbiegt, je nach dem ob es kälter oder wärmer wird.

Biosphäre
Bereich der gesamten Erde, der von lebenden Organismen bewohnt wird. Sie umfasst eine dünne Oberflächenschicht der festen Erdkruste, die Binnengewässer und Meere sowie Teile der Atmosphäre.

Biotop
Ein Biotop ist ein durch charakteristische Merkmale ausgezeichneter Ort (z. B. Hochmoor, Almwiese, Sanddüne), an dem bestimmte Pflanzen und Tiere die ihren artgemäßen Lebensbedingungen finden und eine Lebensgemeinschaft (Biozönose) bilden.

Biotropie
Meteorologen verstehen unter dem Begriff Biotropie die Wirksamkeit des Wetters auf das menschliche Wohlbefinden. Zu den biotropen Wetterfaktoren, die bei Wetterfühligen Beschwerden auslösen, gehören Föhn, Luftmassenwechsel, Schwüle und Aufgleitwetterlagen.

Black Frost
Ein sehr trockener und ungewöhnlich scharfer Frost. Er stellt besonders für die Südküsten Grönlands und Islands aber auch bei Nordoststürmen in der Dänemarkstraße eine Gefahr für die Schifffahrt dar. Bei orkanartigen Oststürmen kann er zu einer völligen Vereisung der Schiffe mit der Gefahr des Kopflastigwerdens und Kenterns führen.

Blaue Sonne
Eine seltene Blaufärbung der Sonne, die im Jahre 1950 in Europa nach gewaltigen Waldbränden im Westen Kanadas beobachtet wurde. Damals gelangten feinste Ascheteilchen in höhere Luftschichten. Durch Streuung des Sonnenlichtes an kleinsten Staubteilchen kam vermutlich - ähnlich wie beim Himmelsblau - die Blaufärbung der Sonne zu Stande.

Blitz
Ausgleich elektrischer Spannungen (von etwa 100 Millionen Volt) innerhalb von Gewittern oder zwischen einer Wolke und der Erdoberfläche in Form von Flächenblitzen oder Linienblitzen, seltener sind Kugelblitze. Jede Sekunde wird die Erde von ca. 100 Blitzen getroffen.

Blizzard
Blizzard nennt man in Nordamerika einen Schneesturm auf der Rückseite von Tiefdruckgebieten. Gewöhnlich werden Blizzards durch kräftige Kaltlufteinbrüche aus Nord bis Nordwest verursacht und gehen mit starken Temperaturstürzen einher. Da es in Nordamerika keine querverlaufenden Gebirge gibt, ist es möglich, dass Blizzards sehr weit nach Süden (Florida, Golf von Mexiko) vordringen können.

Blühbeginn
Das Einsetzen der Blüte, insbesondere der Obstbäume, Sträucher und Pflanzen; ist ein wichtiges phänologisches Merkmal und abhängig von der Temperatursumme, die je nach Pflanzenart einen wechselnden Betrag erreichen muss, ehe die Blüte beginnt.

Boden-Inversion
Unter Boden-Inversion versteht man eine meist nachts auftretende Erscheinung, bei der die Lufttemperatur vom Erdboden bis in eine gewisse Höhe zunimmt und erst darüber abnimmt, wie es der normalen Schichtung der Atmosphäre entspricht.

Bodennebel
Nebel, der auf dem Erdboden liegt und nicht über 1 Meter Höhe ansteigt. Er entsteht in Niederungen bei ruhigem Wetter und klarem Himmel, wenn die Ausstrahlung des Bodens groß ist und damit eine rasche Abkühlung der untersten Luftschicht unter den Taupunkt eintritt. Er ist meist die Vorstufe des dichter werdenden und in die Höhe wachsenden Nebels.

Bodenwetterkarte
Die Bodenwetterkarte dient der Zusammenstellung von Wettermeldungen, die an verschiedenen Stationen gleichzeitig erarbeitet wurden. Der Kartenmaßstab und damit der Gebietsausschnitt der Karte ergibt sich aus der Aufgabenstellung. Weite Gebiete werden in kleinem Maßstab mit wenig Einzelheiten dargestellt, kleine Gebiete werden in großem Maßstab mit vielen Einzelheiten dargestellt.

Böe
Einzelner heftiger Windstoß vor einem Gewitter, einem Schauer bzw. einer Kaltfront oder bei stark wechselnder Windgeschwindigkeit. Die Böigkeit ist Ausdruck der Turbulenz der Luftströmung. Als Böenwalze oder Böenkragen wird eine besonders ausgeprägte, dunkelfarbige Wolkenform bezeichnet, die an Gewitterfronten auftritt.

Böenmesser
Instrument zur Messung der Geschwindigkeit und Geschwindigkeitsschwankungen des Windes. Er ist ein Staudruckrohr und sein Hauptbestandteil ist entweder ein Pitot- oder ein Prandtl- Rohr. Da in einer Strömung der Staudruck gleich der Differenz aus Gesamtdruck und statischem Druck ist, beruht das Messprinzip auf der Bestimmung dieser Differenz.

Böigkeit
Kurzzeitige Schwankungen der Windgeschwindigkeit und Windrichtung durch Turbulenz der Luft. Da Böigkeit durch Unebenheiten und die ungleichmäßige Erwärmung der Erdoberfläche verursacht wird, ist sie meist über Land größer als über dem Meer und in den unteren Luftschichten stärker als in höheren. Sie ist in Kaltluftmassen größer als in Warmluftmassen.

Bora
Die Bora ist ähnlich wie der Föhn ein Fallwind, allerdings ein kalter. Sie entsteht, wenn sich kalte Luft über dem hochgelegenen Karstplateau des Balkans sammelt und dann über die nicht sehr hohe Schwelle zur Adria hinabströmt. Da die kalte Luft - anders als der Föhn - aus kalten Gefilden stammt, reicht der Abstieg vom Gebirge in das Tal nicht aus, um sie zu erwärmen. Sie wird also als kalter und böiger Wind empfunden, in den zum Meer hinabführenden Tälern gibt es zusätzlich noch Düseneffekte.

Brechung
Die Krümmung eines Lichtstrahls, wenn er die Grenzfläche zweier Medien mit unterschiedlicher optischer Dichte durchläuft ( z. B. Wasser - Glas - Luft ). In der Atmosphäre wird die Brechung dadurch verursacht, dass benachbarte Luftschichten mit unterschiedlicher Temperatur auch jeweils andere optische Dichten aufweisen, aber auch durch in der Atmosphäre enthaltene Wassertropfen.

Brillanz der Atmosphäre
Wetterzustand bei einer durch vorangegangene Niederschlagsbildung weitgehender gereinigter Luft und guter Fernsicht; nach Kaltfrontdurchgang und in einer, durch den Föhnprozess umgewandelten Masse.

Brockengespenst
Eine vermutlich zuerst auf dem Brocken (Harz) beobachtete atmosphärisch-optische Erscheinung, bei der auf einer Nebel- oder Wolkenbank der stark vergrößerte Schatten des Beobachters zu sehen ist (bei tief stehender, hinter dem Beobachter befindlicher Sonne). Das Brockengespenst entsteht auf ähnliche Weise wie der Regenbogen. Wenn der Schatten von Ringen umgeben ist, handelt es sich um eine Glorie.

Buchenklima
In der weltweiten Klassifizierung der Klimate nach W. Köppen (1846-1940) gehört Deutschland aufgrund seiner Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse zum feucht-temperierten, warm gemäßigten Regenklima, das in der Formelsprache der Klimatologen als Cfb-Klima oder prägnanter als Buchenklima bezeichnet wird.

Büßerschnee
Schneedecke, die beim Abtauen unter dem Einfluss der Sonne, bei trockener Luft und bei kräftiger nächtlicher Ausstrahlung eine säulenförmige Struktur annimmt, wobei die isolierten Säulen felderweise auftreten und wie eine Schar in weiße Kutten gehüllter Mönche wirken.

Wetter Biowetter
Biowetter
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