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Wetterlexikon
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Gebirge
Sie sind als Klimascheide wirksam, besonders wenn sie sich westöstlich erstrecken oder wenn sie ein Küstenland vom Binnenland trennen. Sie hemmen den horizontalen Luftaustausch und gewähren der dem Wind abgewandten Seite Wind- und Kälteschutz. Auf beiden Seiten der Gebirge können Luftdruck, Temperatur und Feuchtigkeit sehr verschieden sein.

Gefahrenmeldungen
Sie werden aus Flugsicherungs-gründen bei plötzlicher Wetterverschlechterung von den Wetterstationen an die Wetterzentralen weitergegeben und von diesen über Funk und Fernschreiber verbreitet.

Gefäßbarometer
Zu den Flüssigkeitsbarometern gehörendes Instrument zur Luftdruckmessung; es besteht aus einem oben offenen, mit Quecksilber gefüllten Gefäß, auf das die Außenluft wirkt und in das ein 85 cm langes nach unten offenes Glasrohr, ein sogenanntes Torricelli- Rohr ragt.

Gefrierkerne
In der Luft schwebende, feste Teilchen (Aerosole). Sie dienen als Ansatzpunkt für die Eisbildung. In der Atmosphäre kondensiertes Wasser (Wolken, Nebel) kann bis unter minus 12 Grad Celsius abkühlen, ohne zu gefrieren; den Anstoß zum Gefrieren geben die Gefrierkerne und ihr Auftreffen auf einen festen Gegenstand. Diese Tatsache ist sehr wichtig für die Vereisung von Flugzeugen.

Gefrierpunkt
Temperatur, bei der eine Flüssigkeit in einen festen Körper übergeht (gefriert). Der druckabhängige Gefrierpunkt beträgt bei Normaldruck beispielsweise für Wasser 0,0 Grad Celsius, für Glycerin -20,0 Grad, für Quecksilber -38,8 Grad und für Methylalkohol -94,0 Grad.

Gegensonne
Seltene optische Erscheinung in der Atmosphäre, die als heller Lichtfleck in der Höhe der Sonne, aber in entgegengesetzter Richtung sichtbar ist. Sie wird durch Eiskristalle verursacht. Häufiger sind Nebensonnen als Teil eines Halos in 22 und 46 Grad Abstand von der Sonne zu beobachten.

Gegenstrahlung
Von dem in der Atmosphäre enthaltenem Wasserdampf und Kohlendioxid reflektierte und zur Erdoberfläche langwellige Wärmestrahlung; sie wirkt der vom Erdboden aus nach oben gehenden langwelligen Ausstrahlung entgegen.

Genua-Zyklone
nennt man die Tiefdruckbildung über dem Golf von Genua, die sehr stark durch die Alpenkette beeinflusst wird.

Geophysik
Wissenschaft von den natürlichen physikalischen Erscheinungen auf und in der Erde; sie umfasst auch die Meteorologie als Wissenschaft von der Lufthülle der Erde sowie Hydro- und Ozeanographie als Wissenschaft von der Wasserhülle der Erde.

Gewitter
Mit Donner und Blitz einhergehende elektrische Entladung in den Wolken oder zwischen Wolken und Erde, begleitet von meist kräftigen Schauerniederschlägen. Gewitter entstehen durch rasches Aufsteigen feucht-warmer Luft und deren rasche Abkühlung. Diese Bedingungen sind bei schneller Erwärmung des Untergrundes durch Sonneneinstrahlung gegeben.

Gewitterklassifikation
Gewitter werden nach ihrer Entstehung eingeteilt; hauptsächlich unterscheidet man zwei Gewitterarten, und zwar Luftmassen- und Frontgewitter. Zu den Luftmassengewittern zählen vor allem Wärmegewitter. In den Bereich der Frontgewitter gehören Warmfront- und Kaltfrontgewitter sowie orographische Gewitter.

Gewittervorboten
Sichere Vorboten sind die am frühen Morgen erscheinenden Altocumulus-Castellanus-Wolken. Es sind türmchenförmige Auswüchse aus einer mittelhohen Haufenwolke in einer Höhe von etwa 2000 Metern. Ebenso gelten Altocumulus-Flockus-Wolken als Gewittervorboten, die flockig aussehen und in 2000 Metern Höhe etwa 8 Stunden vor dem Gewitter erscheinen.

Glashauswirkung
Erscheinung, die in jedem Glashaus, aber auch in jedem nach Süden orientierten Fensterraum die eine Temperaturerhöhung im Innenraum bewirkt, als Fensterglas durchlässig für einstrahlendes Sonnenlicht (sichtbare Strahlung), aber undurchlässig für ausstrahlende, langwellige Wärmestrahlung ist.

Glatteis
Eisüberzug, der durch Gefrieren von Regentropfen am kalten Erdboden oder an kalten Gegenständen entsteht, meist bei Ablösung einer winterlichen Kälteperiode durch eine Warmfront.

Gletscher
Eisströme, die in den Firnschneefeldern der Hochgebirge und arktischen Kontinente ihren Ursprung haben und sich talabwärts bewegen (in den Alpen bis 200 Meter und in Grönland bis 6 Kilometer jährlich). Das Gletschereis entsteht unter dem Druck der auf ihnen lastenden Schneemassen und unter dem Einfluss der Erdwärme.

Globalstrahlung
Die Summe direkter Sonnenstrahlung und diffuser Himmelsstrahlung auf eine bestimmte Fläche. Mittlere Tagessummen bei mittlerer Bewölkung sind z. B. für Hamburg im Juni 1872, im Dezember 146 Joule pro Quadratzentimeter, für Wien im Juni 1947, im Dezember 230 Joule pro Quadratzentimeter. Seit der Industrialisierung hat die Globalstrahlung in Mitteleuropa um etwa 5 Prozent, lokal um über 10 Prozent abgenommen.

Glorie
Optische Erscheinung in der Atmosphäre, die als bunter Kreis um den Sonnenschatten des Beobachters im Nebel erscheint. Eine Glorie entsteht durch eine Streuung des Sonnenlichts an Nebel- oder Wolkentröpfchen. Zu beobachten ist die Glorie unter anderem auf dem Brocken im Harz (Brockengespenst).

Golfstrom
Warme Meeresströmung; sie entsteht bei tropischer Wärme im Golf von Mexiko und zieht an der nordamerikanischen Ostküste entlang, biegt dann nach Südosten ab in Richtung Englischer Kanal und Golf von Biskaya und nach Nordost in Richtung Island und Spitzbergen. Der Golfstrom mildert das Klima in Nord- und Westeuropa und spielt eine wichtige Rolle für die Tiefdruckbildung im Nordatlantik.

gradientschwache Wetterlage
Eine Wetterlage, bei der die horizontalen Luftdruckunterschiede nur gering sind. Dadurch gibt es nur eine schwache Luftbewegung. Im Sommer kommt es bei einer zusätzlichen labilen Schichtung aufgrund der Sonneneinstrahlung örtlich zu Schauern. Bei stabiler Schichtung überwiegt dagegen der Sonnenschein. Im Winter ist es meist kalt, in Tälern häufig neblig-trüb.

Graupel
Niederschlag in Form von Eiskörnern mit 1 bis 5 Millimetern Durchmesser. Graupel fallen aus höher liegenden Wolkenschichten. Sie entstehen, wenn unterkühlte Tröpfchen mit einem Schnee- oder Eiskristall zusammenstoßen und sofort gefrieren. Graupelschauer treten häufig im April auf.

Gravitationskraft
Allgemeine Bezeichnung für die Anziehungskraft, die zwei Massen aufeinander ausüben; sie ist dem Produkt der beiden Massen proportional und dem Quadrat der Entfernung ihrer Schwerpunkte umgekehrt proportional. Die auf der Erde wirkende Gravitation wird als Schwerkraft bezeichnet.

Gregale
Hauptsächlich im Winter herrschender kühler, kräftiger zuweilen stürmischer Nordostwind über Malta und dem Ionischen Meer. Bedingt durch den hohen Druck über den Alpen und Südosteuropa und ein Tiefdruckgebiet im südlichen Mittelmeer oder über Nordafrika. Auch allgemeine Bezeichnung für strenge Nordostwinde in anderen Teilen des Mittelmeeres.

Griesel
Fester atmosphärischer Niederschlag in Form von Eiskörnchen, die kleiner als 1 Millimeter sind. Griesel habe eine schneeförmige Struktur.

Großwetterlage
Gleichbleibende Luftdruckverteilung und Witterung über einem Gebiet etwa von der Größe Mitteleuropas. Kennzeichnend ist im Gegensatz zur Wetterlage nicht die Bedingungen des augenblicklichen Wetters, sondern die Witterungszusammenhänge mehrerer Tage.

Grundwasser
Wasser, das bis auf eine wasserundurchlässige Schicht (Ton, Lehm) in den Boden eingesickert ist. Seine Oberfläche bildet der Grundwasserspiegel. Der Grundwasserstand ist abhängig von Regen-, Schmelz- und Flusswasserzufluss sowie von der Wasserentnahme durch den Menschen. Das gefilterte, keimfreie Grundwasser ist wichtig für die Trinkwasserversorgung.

Grüner Strahl (Green Flash)
Unter diesem Begriff verstehen Meteorologen einen bei Sonnenauf- und untergang im Moment des Berührens des oberen Gestirnrandes mit dem Gesichtskreis für 2 bis 3 Sekunden intensives grünes Leuchten, das auf dem Meer gut zu beobachten ist.

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